Das Marianum in Buxheim hat den Fairen Handel in die Schule gebracht.

Anlässlich der offiziellen Anerkennung als Fairtrade-Schule fand im Theatersaal des Gymnasiums eine große Feier statt. „Das Siegel steht für einen Standpunkt: Wir haben angefangen, die Welt ein Stück besser zu machen“, erklärte Schulleiter Pater Erhard Staufer vor Schülern, Lehrern und Gästen.

Urkunde fairtrade Schule 2018

Florian Hausmann, Initiator der Fairtrade-Initiative des Marianums, präsentiert die von Carina Bischke (Organisation fairtrade, hinter ihm) frisch überreichte Urkunde. Ihm zur Seite stehen Schüler, Eltern und Ehrengäste.

Glückwünsche kamen von Ehrengästen wie Andreas Walch vom Referat für Schulentwicklung des Schulwerks der Diözese Augsburg. Er attestierte den Schülern ein „ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl, das für Reife und Mündigkeit spricht“. Großen Respekt brachte auch der Landtagsabgeordnete Klaus Holetschek zum Ausdruck. Das Siegel sei „eine Verantwortung und ein Auftrag, den man leben muss“, so Holetschek. „Ihr macht das richtig gut“, lobte sodann Landrat Hans-Joachim Weirather, der sein Grußwort im Sinne nachhaltiger Mobilität mit der Feststellung krönte: „Die Wiedereröffnung des alten Bahnhofs brauchen wir hier in Buxheim dringend“. Sichtlich stolz war auch Buxheims Bürgermeister Wolfgang Schmidt, Die globale Welt fängt im Kleinen an“, konstatierte er. „Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“

„Stellt euch mal vor. ihr sitzt in der Schule und könnt heute schon die Welt verändern. Jeder von uns ein klitzekleines Stück“, so beginnt der kurze Demo-Film der Organisation „fairtrade“. Schulleiter Pater Erhard Staufer führt ihn den Gästen im Theatersaal vor, um zu zeigen, worum es bei der Auszeichnung geht, die die Schule am Projekttag „nachhaltig fair“ in Empfang nehmen darf.

Lokale Baumwolltaschen

Die Schüler der Klassen 5 bis 12 wissen dies natürlich bereits, denn sie haben die fünf Kriterien erfüllt. Diese sehen neben der Bildung eines Fairtrade-Schulteams und der Behandlung des Themas im Unterricht auch den Verkauf und Verzehr von fair gehandelten Produkten an der Schule vor sowie jährliche Schulaktionen zum Thema "Fairer Handel".

„Aus Altem cooles neues Zeug basteln“

Vier Schülerinnern präsentieren selbst bemalte Baumwolltaschen als Ergebnis eines der Wokshops.

Worum es beim Fairen Handel geht, wissen die Schüler natürlich: „Dass die Bauern besser bezahlt werden“, erklären die Neuntklässler Ricarda und Marius und meinen damit „die Menschen im globalen Süden, die uns den Tisch decken und uns anziehen“, so beschreibt es Carina Bischke, Sprecherin der Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Erding, bei der Urkundenübergabe. „Ihr seid ein Vorbild für andere Schulen und habt die Kriterien mehr als erfüllt!“ – Carina Bischke zeigte sich „total beeindruckt“ von den Vorführungen der Schüler/innen, die in Kurzbeiträgen die Ideen und Ergebnisse ihrer Workshops präsentierten.

Dabei ging es vor allem darum „aus Altem cooles neues Zeug zu basteln“, wie die Schüler es formulierten. Alte Landkarten wurden zu Taschen, Stiftebechern oder Briefumschlägen upgecyclet. Aus verbrauchten Espressokapseln entstanden Schmuckstücke, Konservendosen wurden zu Windlichtern umfunktioniert und Fairtrade-Fußbälle aus Wolle und Plastiktüten gebastelt.

Eine Klasse beschäftigte sich mit dem „Wald als Spiegel natürlicher Nachhaltigkeit“, eine andere verkaufte fair gehandelte Produkte in den Pausen. Auch eine Exkursion zum Bio-Lebensmittelanbieter „Rapunzel“ stand auf dem Programm.

Großen Beifall bekamen die Schüler für ihre Vorführungen: Zu einer zündenden „Fairtrade-Becherpercussion“ formierten sie sich zu einem großen Kreis, um zu zeigen, „was man mit Bechern so anstellen kann, außer sie wegzuwerfen“.

Lokale BecherpercussionZündende „Fairtrade-Becherpercussion“ in großem Kreis.

 

Anhand des Hilfsprojektes Uganda erfuhren die Schüler, wie bescheiden die Menschen vor Ort leben und merkten „was wir eigentlich alles gar nicht bräuchten“, wie ein Schüler feststellt.

Der Kunstclub stellte einen Altkleider-Container im Schulhaus auf, wo „Klamotten zum Wiederverkauf für die Aktion Hoffnung“ gespendet werden können. Eine Klasse untersuchte das „mobile Verhalten der Schüler“ und stellte fest: Die meisten strampeln.
Für jede Präsentation stand ein buntes Puzzleteil, das an einer Tafel zum Modell der „Einen Welt“ zusammengesetzt wurde.

 

„Der Mensch vor dem Gericht der Tiere“

Lokale Mensch vor TiergerichtDas Hohe Tier-Gericht verhört eine Angeklagte der Spezies Mensch im Pelzmantel.

Künstlerischer Höhepunkt der Festaktes war die Szene aus „Der Mensch vor dem Gericht der Tiere“, vorgeführt von der Theaterklasse 6b. Die Aussagen der Zeuginnen Huhn, Leopard und Schnecke ließen die Menschen sehr schuldig aussehen. „Die Menschen bringen alles um, was ihnen über den Weg läuft, sogar sich selbst“, so der Tenor des Stücks, dem der Appell folgte: „Esst kein Fleisch aus Massentierhaltung!“.

 

Info: Deutschandweit ist das Marianum die 453. Schule, die ausgezeichnet wurde. Infos zu den Fairtrade-Schulen und den Kriterien für die Auszeichnung als Fairtrade-Schule gibt es unter www.fairtrade-schools.de

Das Fairtrade-Siegel steht für bessere Preise für Kleinbauernfamilien und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

 

Fotos: Sonnleitner oder Neumann

Quelle:https://www.lokale-mm.de/news/der-faire-handel-macht-schule/