Seminare Religion

 

 

Projekt-Seminar 2009/11:

Kartausenprojekt 2011

Chorgestühl ist über 2,5 Millionen Tafeln Schokolade wert
Abiturienten entwickeln Kinderführung durch das Buxheimer Kartausenmuseum – Übergabe an Heimatdienst

Buxheim Wie wertvoll ist eigentlich das berühmte Chorgestühl der Kartause Buxheim? Abiturienten des Marianums haben es für Kinder anschaulich ausgerechnet: Das Chorgestühl "kostet" genauso viel wie 2,531 645 Millionen Tafeln Schokolade, erfahren junge Museumsbesucher, die in Zukunft an einer Kinderführung durch die Kartause teilnehmen.

Die erste Kinderführung wird es am 4. Juni geben, wenn der Heimatdienst die Rückkehr des Chorgestühls nach Buxheim vor 30 Jahren mit einem Fest begeht. Entwickelt wurde die Kinderführung von Abiturienten des Marianums in einem Projektseminar. Eineinhalb Jahre lang arbeiteten die zehn Schüler mit ihrem Religionslehrer Pater Erhard Staufer das Konzept aus. Nun überreichten sie Text und Material an Dr. Johannes Hoyer, den Zweiten Vorsitzenden des Heimatdienstes Buxheim. Der zeigte sich hoch erfreut. „Kinderführungen gab es bisher nur ansatzweise. Dieses Konzept ist sehr gut durchdacht und praktisch anzuwenden.“

Vier Stationen über das Leben der Mönche

An vier Stationen lernen Kinder das Leben der Kartäuser kennen und sollen eine Ahnung vom religiösen Kontext bekommen. Kommt beispielsweise eine Schulklasse, kann sie – in zwei Gruppen geteilt – die Führung an unterschiedlichen Stationen beginnen, begleitet von ihren Lehrern oder von Führern des Heimatdienstes. „Uns war wichtig, dass den Kindern die Führung Spaß macht, dass sie nicht abgeschreckt sind vom Museum“, erklärt Abiturientin Eva-Maria Hofmann, die gemeinsam mit Elisabeth Traut Projektleiterin war. Zielgruppe sind Acht- bis Zwölfjährige. In der Mönchszelle erfahren sie dann zum Beispiel, dass ein Kartäuser ohne Fernseher lebt. Im Garten spielen sie blind zu sein, geführt zu werden und dabei Dinge zu ertasten. Die Decke der St. Anna Kapelle können die Kinder mit Spiegeln in der Hand erkunden. Im Chorgestühl suchen sie eine geschnitzte Maus. Und im Kreuzgang lernen sie den Heiligen Bruno als Ordensgründer kennen und spüren der Spiritualität der Mönche nach. „Die Kinder bekommen eine Kerze in die Hand und gehen den Weg in Stille, weil das Schweigen auch für die Kartäuser wichtig ist“, erklärt Abiturientin Evelyn Beer. (aw Memminger Zeitung 2.4.2011 S. 41)

Bild: Pater Erhard Staufer, Eva-Maria Hofmann, Dr. Johannes Hoyer, Elisabeth Traut und Carolina Mattwich in der Werkstatt der Mönchszelle. Foto: Wehr