16. Münchner Wissenschaftstage - 12.-15.11.2016

Wasser – Ressource des Lebens

Exkursion der 11. Jahrgangsstufe (14.11.2016)

 

Wir wissen es, ohne Wasser kein Leben auf unserem Planeten. Wir wissen auch von der unvorstellbaren Menge an Wasser auf unserem Planeten, insgesamt ungefähr 1,386 Milliarden km3.

Ja, Wasser scheint auf der Erde genügend vorhanden zu sein …

Aber nur 0,0156% des Wassers auf der Erde sind für den Menschen direkt nutzbar (so die Berechnungen im Unterricht unter Anleitung von Herrn Kasten)

Aber die Ressource Wasser ist sehr ungleich verteilt

Aber der Mensch gefährdet diese Rssource auf vielfältige Art und Weise:

Er verschmutzt und verschwendet sie, er durchbricht und verändert die natürlichen Kreisläufe (meist sehr zu seinem eigenen Nachteil!).

All diesen Aspekten trug das äußerst vielflätige Angebot und Programm der Münchner Wissenschaftstage 2016 Rechnung. So konnten wir beim geführten Gang über ausgewählte Stationen (bezeichnet als Marktstände) ein breites Spektrum an Bedeutungsdimensionen des Elements Wasser erleben, wobei an allen Stationen nicht die Probleme im Vordergrund standen, sondern Lösungsansätze. Da war z.B. der Wasserrucksack PAUL, mit dessen Hilfe täglich 400 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden können, wenn infolge verschiedenster Katastrophenszenarien (Naturgewalten, Kriege, …) die Wasserversorgung der Bevölkerung zusammenbricht. Andere Marktstände zeigten auf, wie durch ausgeklügelte Wasserverteilungssysteme urbane Landwirtschaft (z. B. Anbau auf Flachdächern) zu einer Stütze nachhaltiger Ernährungssicherung werden kann, oder welche enorme Rolle der Wald für einen intakten Wasserkreislauf spielt. Die Vielfalt der Themen war so groß, dass es uns in der Zeit, die uns zur Verfügung stand, nicht annährend möglich war, alle Marktstände zu besuchen.

Wasserrucksack Paul urban gardening

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben dem Besuch ausgewählter Marktstände stand auch noch ein Workshop auf dem Programm der beiden Geographiekurse, der sich mit dem Klimawandel in den Alpen und dessen Folgen beschäftigte. Zwei Fragestellungen standen dabei im Vordergrund:

  • Wie entwickeln sich die Gletscher?
  • Welche Auswirkung hat die derzeitige Erwärmung auf den Permafrost?

Dr Braun PsychrometerZur Einstimmung wurde uns von den beiden Referenten, H. Dr. Braun und H. Dr. Hipp in einer Präsentation die Problematik nähergebracht. Wir erfuhren, dass der Gletscherschwund, der mittlerweile ein erschreckendes Ausmaß angenommen hat, mit dem industriellen Zeitalter begann, nachdem sich zuvor noch ein kleines Eiszeitalter eingestellt hatte. Auffällig in der Gletscherentwicklung war auch, dass von den 50er an bis in die späten 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein die Gletscher nochmals vorstießen. Dies, so Herr Braun, war der massiven Luftverschmutzung der Wirtschaftswunderjahre geschuldet und endete, als die Industrien sauberer wurden. Dass für den Massenhaushalt der Gletscher die Wasserdampfsättigung der Luft eine entscheidende Rolle spielt wurde uns zunächst theoretisch anhand eines Grenzwertes vermittelt, ab dem auf dem Gletscher Kondensation stattfindet – was bedeutet, dass dem Gletscher Dr Braun GruppenarbeitKondensationswärme zugeführt wird. Bei geringerem Wasserdampfdruck überwiegt Verdunstung, was zu einer Energieabgabe und damit zur Konservierung des Eises führt. Im praktischen Teil des Workshops lernten die Kursteilneher der beiden Geographiekurse ein Instrument kennen, mit dessen Hilfe sich der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ermitteln lässt, das sog. Psychrometer.

Herrn Dr. Hipps praktischer Teil des Workshops zum Thema Permafrost (Permafroat = ab einer geringen Tiefe dauernd gefrorener Teil des Bodens) bestand darin, den Schmelzvorgang von Eis (im Experiment mit künstlicher Wärmezufuhr) unter unterschiedlichen Bedingungen zu messen und in einer dafür vorbereiteteten Excel-Tabelle zu dokumentieren. Zuvor hatte Dr. Hipp anschaulich aufgezeigt, welch große Gefahren für den Alpenraum das Dr Hipp ExperimentSchmelzen des Permafr heraufbeschwört. Die Zunahme von Berg- und Felsstürzen, sowie die Gefährdung von Gebäuden sind nur zwei, aber zwei sehr wichtige Gefahrenpotenziale, die zur Sprache kamen.

Danke an die beiden Referenten, die den Workshop mit ihrem großen Engagement zu einem nachhaltigen Erlebnis machten!

Das Fazit der Exkursion kann lauten: viel Zugewinn an Wissen und Verständnis von Zusammenhängen zum Thema Wasser (in all seinen Formen) für diejenigen, die sich auf diese einmalige Chance einließen und den Tag nicht unter er Rubrik „schulfrei“ abhakten.

Die Bilder zeigen von oben nach unten (u. v. links nach rechts):

  • Marktstand 21: PAUL - Wasserversorgung nach Katastrophen
  • Marktstand 18: Bewässerung von Gemüse auf Feld und Dach

Alle weiteren Bilder: Workshop Klimawandel in den Alpen

  • Herr Dr. Braun (Bayerische Akademie der Wissenschaften - Kommission für Erdvermessung und Glaziologie) mit einem Psychrometer (Gerät zur Messung der relativen Luftfeuchtigkeit)
  • Protokollierung der Messungen durch Schülerinnen und Schüler des Geographiekurses
  • Herr Dr. Hipp (Ressort Natur- und Umweltschutz, Deutscher Alpenverein) mit seinem Experiment zur Eisschmelze