SPASS AM SCHREIBEN

"Kinder haben kein Fantasie mehr!" - "Lesen und Schreiben - eine Verlustgeschichte!" - So oder ähnlich lauten die Schlagzeilen, wenn es um die Grundausrüstung unserer Jüngsten in Sachen Bildung geht. Dass dem nicht so ist - jedenfalls nicht so flächendeckend und grundsätzlich, wie behauptet - bewies Verena Koller (5a) in ihrer wunderbaren Erlebniserzählung. Viel Vergnügen beim Lesen!

Erlebniserzählung

Ich traue mich nicht

Heute war es soweit: mein erster Besuch beim Zahnarzt stand an. Ich saß mit meiner Mama im Wartezimmer der Zahnarztpraxis in Memmingen. Innerlich betete ich, dass der Zahnarzt ganz schlagartig keine Zeit mehr hätte und er alle wartenden Patienten wieder nach Hause schickte. Aber davon konnte ich nur träumen…

„Der nächste bitte“, rief die Sprechstundenhilfe in den Bereich der Wartenden. Ein etwas älterer Mann folgte ihr in das Behandlungszimmer. „Na, bist du schon aufgeregt? Als Nächstes kommen wir an die Reihe“, riss die Stimme meiner Mutter mich aus meinen Gedanken. Ich nickte nur stumm. Eigentlich wollte ich nur schreien: „Ich mag nicht, ich habe Angst!“, aber meine Kehle war wie zugeschnürt. Der alte Mann kam wieder herein. „Der Nächste bitte“, die Sprechstundenhilfe steckte wieder den Kopf durch die Tür. „Komm mit, Mausi!“ forderte mich meine Mama auf und ich trottete in das Behandlungszimmer.

In dem Raum saß ein junger Mann und schüttelte mir freundlich die Hand. Neben uns stand eine Liege. Ich musste schlucken. „Setz dich bitte mal da drauf“, bat mich der Zahnarzt. Wieder nickte ich und legte mich auf die Liege. Nun forderte er mich auf, den Mund weit zu öffnen. Er leuchtet hinein und untersuchte meine Zähne mit einem kleinen Spiegel. „Aha, da müssen wir wohl bohren“, stellte er fest und holte einen kleinen Schlauch hervor. Mir wurde etwas mulmig. Als er das Gerät ansteckte, kam ein seltsamer Wind heraus. Der Zahnarzt führte den Schlauch in meinen Mund und mein Zahn wurde eisig kalt. Das war mir zu viel, ich schrie wie am Spieß! Der Arzt erschrak und ließ den Schlauch fallen, doch der wedelte wegen des Stroms nur so im Zimmer herum. „Mist, ich hab mich total blamiert!“, dachte ich mir und hatte Tränen in den Augen.

Endlich hatte der Arzt es geschafft den Schlauch zu erwischen und stellte ihn aus. „Es tut mir leid!“, stieß ich hervor und ließ meinen Tränen freien Lauf. „Ist ja gut“, beruhigte mich meine Mutter und der Zahnarzt meinte: „Wir ziehen das jetzt durch!“. Fest entschlossen nickte ich und lehnte mich zurück. Ich schloss die Augen und dachte an meinen süßen Hund, wie wir über die Wiesen toben und – …“Wir sind fertig!“, erklärte der Zahnarzt und gab mit als Belohnung eine Zeitschrift. „Ich habe gar nichts gemerkt!“, stellte ich zufrieden fest und drückte seine Hand. „Auf Wiedersehen!“ rief ich und marschierte stolz mit meiner Zeitschrift in der Hand mit meiner Mutter hinaus.

Schließlich dachte ich: „Auch wenn es manchmal schief geht, man muss Mut schöpfen und dann schafft man das auch!“

Verena Koller, 5 A

 (im Februar 2015)

 

 

Barock-Embleme: Deutsch 8. Klasse

Im Barockzeitalter unterwegs!

Die Klasse 8a mit selbst angefertigten Emblemen zu einer Geschichte aus dem dreißigjährigen Krieg!

Die "Künstler" heißen: Isabel Briechle, Antonia Gaum, Michel Kahre, Eva Henninger, Anna Kracht, Beate Moser, David Waibel und Sonja Wunderle.

 

 

 

 

 

 


 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 


 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Schreibwerksatt“ für die Oberstufe

 

Wofür im „normalen“ Unterricht meist zu wenig Zeit bleibt! – Hier nehmen wir sie uns:

Zeit, um das Schreiben zu lernen!

Gerade das kreative Schreiben bleibt neben den zu Tode geübten Aufsatzformen im Schulalltag meist auf der Strecke. Das Verfertigen von Kommentaren und Glossen, aber auch das Vorgehen beim Schreiben eines Essays u.a. soll und kann hier geübt werden.

Wegen der großen Resonanz – und auch im Vorausbilck auf das kommende Abi 2013 - sollen zunächst die Schüler der Oberstufe von diesem Workshop profitieren. Für die Unter- und Mittelstufe ist die Einrichtung eines vergleichbaren Kurses in Planung.


 

Aufsatz mal anders!

Nachstehender Brief entstand  im Rahmen einer Schulaufgabe der Klasse Q11.  Der Brief  ist gerichtet an den Komponisten Willibald Gluck, dessen Oper mit Goethes gleichnamigem Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“ verglichen werden sollte.

Die Schülerin Isabell Beer schrieb zu diesem Thema den folgenden Brief (Ausschnitte):

 

Sehr geehrter Herr Gluck,

Vor kurzem machte mich ein guter Freund auf die anstehende Uraufführung Ihrer Oper „Iphigenie auf Tauris“ aufmerksam. Der mythologische Stoff der Iphigenie wird durch Sie ja nicht zum ersten Mal zum Gegenstand der Literatur gemacht. Das aus der Antike erhaltene Drama „Iphigenie bei den Taurern“ von Euripides bot schon des öfteren einen Bezugspunkt für spätere Fassungen und nicht zuletzt auch Goethe orientierte sich daran. Nach Veröffentlichung seines klassischen Dramas „Iphigenie auf Tauris“, das bei mir ohne Zweifel einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, war ich nun umso mehr gespannt auf Ihre Verarbeitung dieses Stoffes und kaufte mir kurzer Hand das Programmheft der Oper.

Meine Erwartungen auf ein Libretto, welches wie Goethes Fassung den Zeitgeist der gerade beginnenden Epoche der Klassik widerspiegelt, wurden jedoch tief enttäuscht. Ihr Stück weist nur wenige Gemeinsamkeiten mit Goethes Drama auf….

… Kommen wir nun zu den Problemen, die aus Ihrer Fassung entstehen. Ihr Werk ist bestimmt von Gewalt, was dem Humanitätsideal und dem Ideal der Gewaltlosigkeit der Klassik vollkommen widerspricht. Sie proklamieren Gewalt sogar als Lösungsmöglichkeit von Konflikten. Iphigenie widerstrebt das Menschenopfer in Ihrer Oper zwar, sie führt es jedoch trotzdem aus, und handelt weder human, noch nach ihren eigenen Willen. Die Forderungen der Aufklärung, wie beispielsweise Immanuel Kants Zitat „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, werden außer Acht gelassen. Außerdem: Wo bleibt in Ihrer Oper die Selbstbestimmung des Menschen? Der Mensch bleibt hier völlig ohnmächtig gegenüber den Göttern, er ist abhängig von ihnen. Das zeigt sich vor allem beim Eingreifen der Göttiin Diana, die als dea ex machina plötzlich aus dem Hut gezaubert wird.
In der Klassik wird der Mensch als unabhängig von Gott gesehen, er kann nach freiem Willen handeln, denn er ist nicht wie ein Tier seinen Trieben unterstellt. Es wird eine Harmonie von Körper und Geist angestrebt, die in Ihrer Vollendung in Goethes Iphigenie in Form einer „Schönen Seele“ dargestellt wird. Der Iphigenie Ihres Werkes fehlt es im Widerspruch zu diesen Idealen an Ausgeglichenheit und an Moral. Sie handelt nicht nach Vernunft und auch nicht human, was sie nur sehr bedingt zu einem Vorbild für die Menschen werden lässt.

Insgesamt erreicht Ihre Oper nicht das Ziel, den menschlichen Charakter zu veredeln, im Gegenteil: die Oper könnte viel mehr als Beitrag zur Gewaltverherrlichung angesehen werden. Der Mensch wird als unmündig dargestellt, da er regelrecht hilflos dem Walten der Götter ausgeliefert ist. Humanität, Moral und Gewaltfreiheit sucht man in Ihrer Darstellung vergebens.

Ich hoffe, ich konnte Sie darauf aufmerksam machen, wie überholt Ihr Stück in dieser anbrechenden Epoche ist. Vielleicht sollten Sie Ihr Libretto noch einmal gründlich umarbeiten, um auf die Höhe der Zeit zu kommen?!


Mit freundlichen Grüßen,

Isabell Beer


Poesiepreis 2010/11

Gedichtwettbewerb am Marianum

Clara Mendler (5b) und Maximilian Zierke (10a) sind heuer unsere besten Dichter! Sie setzten sich beim vom 4.-11. Oktober stattfindenden Gedichtwettbewerb, den wir am Marianum zum ersten Mal veranstalteten und an dem alle Schülerinnen und Schüler teilnehmen konnten, gegen insgesamt 26 Gegner klar durch.
Der Wettbewerb fand in zwei Altersklassen statt: Die fünften bis achten Klassen sollten zum Thema „Schule“ vierzeilige Wortspiele oder Elfchen verfassen, während die neunten bis dreizehnten Klassen sich gereimte Wortwitze à la „Bilde einen Satz mit...“ ausdenken sollten. Über die insgesamt 88 eingereichten Gedichte befand eine Jury aus vier Deutschlehrkräften, und die Preise wurden von unserem Schulleiter Herrn Heinrich sowie von Herrn Mitterer aus dem Kulturfond des Freundeskreises gesponsert.

Auf die Sieger der Klassen neun bis 13 wartete ein ganz besonderer Preis: Die ersten Drei bekamen jeweils zwei Eintrittskarten für den professionellen Dichter, Kabarettisten und – sehr erfolgreichen – Poetry Slammer Philipp Scharri, der am 16. Oktober in Memmingen im PiK auftrat. Dort erlebten die Preisträger, ihre Begleitpersonen und auch vier mitgekommene Lehrkräfte einen rasanten, hinreißend witzigen, vor Wortspielen und Pointen nur so sprühenden Auftritt! Zudem erklärte sich Philipp Scharri sogar bereit, sich mit unseren Schülern und Lehrern fotografieren zu lassen. Er fühlte sich geschmeichelt („Echt? Ich bin der Hauptgewinn? Wow!“), interessierte sich für die Gedichte unserer  Preisträger, signierte bereitwillig die CDs, welche die meisten von uns kauften, und fand die Idee, einen Gedichtwettbewerb zu veranstalten, „richtig gut“. Das macht zusätzlich Mut, im kommenden Jahr den Poesiepreis erneut auszurichten!

 

 

 


 

Klassenmärchen der Klasse 5a 2010/11

 

 

 

Die Rache der Tiere (von Klasse 5 a 2010/Marianum)

 

Es war einmal ein böses Rotkäppchen und eine ebenso böse

Großmutter.

 

 

Sie lebten an einem Fuße eines Berges am Rande eines

Waldes bei drei großen Tannen mit einem großen Gemüsebeet.

 

 

Die Großmutter hatte einen Schlachthof. Das Gemüsebeet

diente ihr dazu, die Tiere des Waldes anzulocken und sie

danach zu einem Festessen zuzubereiten.

 

 

 

Das liebste Tier im Wald war der Wolf und weil

Rotkäppchen und Großmutter so böse waren, wollten sie den

Wolf natürlich auch fangen um ihn auszustopfen, weil er das

letzte Exemplar war. Der Wolf bevorzugte Salat und

verzichtete auf Fleisch, weil er keinem anderen Tier etwas

antun wollte. Deshalb war er bei den Waldbewohnern so beliebt.

Da Rotkäppchen den Wolf öfters beobachtet hatte wusste

sie, dass er kein Fleisch fraß. Sie erzählte dies der Großmutter,

worauf die beiden eine große Grube im Garten aushoben.

 

Dann bedeckten sie die Grube mit Ästen und Zweigen und

legten einen gewaltigen Salatkopf auf das Loch. Als die Falle

fertig war verkleidete sich Rotkäppchen als Bäuerin und lief in

den Wald.

 

Der Wolf, der gerade frische Kräuter seiner kranken Oma

bringen wollte, entdeckte das verkleidete Rotkäppchen und

stellte den mitgebrachten Korb, in dem er die Kräuter

transportierte, auf den Boden. Denn er hatte frischen Salat

gerochen. Der Wolf sprach: „Liebe Frau, wo findet man denn

so einen lecker riechenden Salat?“

 

 

Darauf antwortete die Magd: „Dort vorne bei dem Haus an

dem großen Gemüsebeet!“ Die Herrin ist gerade nicht zu

Hause“! Freudig machte sich der Wolf auf den Weg zum

Gemüsebeet. Er folgte dem Duft, den er schon von weitem roch.

Nun sah er den großen Salatkopf.

Doch als er den ersten Bissen wagte, stürzte der Wolf in die

Grube. Sofort sprang Rotkäppchen aus dem nahen Gebüsch

in die Grube und fesselte das Tier.

 

 

Das Eichhörnchen saß auf einem Baum in der Nähe und

beobachtete das Geschehen. Sofort sprang es in den Wald und

trommelte die Tiere zusammen. Sie berieten, was man nun tun

sollte. Sie beschlossen, eine Armee aufzustellen, bei der das

Eichhörnchen die Führung übernahm und der Bär als

Wachposten diente. Aus Weidenruten flochten sie ein Seil,

das ihnen bei der Rettungsaktion helfen sollte. Als alles

geregelt war, warteten die Tiere auf die Nacht, um alles

vorzubereiten. Als es endlich Nacht war, zogen sie den Wolf

aus der Grube und präparierten diese wieder. Dann holten die

kleinen Tiere die Flinte, mit der die Großmutter immer die Tiere

jagte, entfernten die Munition und legten sie auf die Grube.

 

 

Zum Glück hatten Großmutter und Rotkäppchen einen

tiefen Schlaf, so dass sie von allem nichts merkten. Am

Morgen beauftragten sie den Bär, dass er am Haus der

Großmutter tüchtig Lärm machte. Großmutter wachte auf

und bemerkte den Bär. Da sie aber schon ziemlich

vergesslich war, sah sie die Flinte und dachte, sie hätte sie

draußen vergessen.

Daraufhin lief sie aus dem Haus, um sie zu holen. Als sie

aber die Flinte nehmen wollte, stürzte sie in die Grube.

 

 

Sie schrie laut um Hilfe. Worauf Rotkäppchen auch kam.

Rotkäppchen rannte sofort zur Grube, ohne den

Stolperstrick zu beachten. Deshalb stolperte sie darüber und fiel in die

Grube. Sofort legten die Tiere den Deckel darauf.

 

Danach ließen sie Rotkäppchen und Großmutter verhungern


und dann verrotten. Alle Tiere feierten ein großes vegetarisches

Festessen mit extra viel Salat, Obst und Gemüse. Sie freuten

sich alle, dass sie das Rotkäppchen und die Großmutter besiegt

hatten.

Und wenn sie nicht verrottet sind, dann verrotten sie noch

heute.